Strömungsrettung

Die letzten Hochwasserkatastrophen in Deutschland und die anspruchvollen Rettungseinsätze auf der Weser haben uns gezeigt, wie groß der Bedarf an einer effektiven und gut ausgebildeten Einsatzkomponente für schnell fließende Gewässer ist. Ob es nun die Überschwemmungen an der Elbe 2013 oder bei der schnell strömenden Weser ist – der moderne Wasserretter muss darauf reagieren können. 

Oft taucht die Frage auf, was eigentlich Überschwemmungen und Flutkatastrophen mit der Strömungs- oder Wildwasserrettung zu tun haben? Sehr viel sogar! Ein bislang ruhiger Bach oder Fluss kann bei einem Unwetter schnell zu einem reißenden Gewässer werden, in dem ein klassischer Motorrettungsboot-Einsatz (MRB-Einsatz) nicht mehr möglich ist. In verschmutztem, mit Treibgut und versteckten Gefahren durchsetztem Gewässer kann (und darf) auch kein Rettungsschwimmer nach bisherigen Standards mehr eingesetzt werden. Ähnlich verhält es sich mit der Weser, sobald der Einsatz für einen Strömungsretter zu gefährlich wird und Einsatztaucher noch nicht erforderlich sind, bedarf es Wasserrettern mit Schutzausrüstung und erweiterten Kenntnissen - Strömungsrettern. Die Einsatzbereiche der DLRG Strömungsretter sind:

  • Primärrettung mit seiltechnischen Hilfsmitteln aus überfluteten Gebieten (z.B. Häuserzeilen, Dächer) (im Hochwassereinsatz)
  • Arbeit in der „heißen Zone“ an Dämmen und Deichen als Schnittstelle zu Tauchern ( z.B. Sandsäcke, Folien legen) (im Hochwassereinsatz)
  • Absicherung aller Helfer und Einsatzkräfte an der Einsatzstelle bei der Deichsicherung („Downstream-Safety“) (im Hochwassereinsatz)
  • Evakuierungen mit dem Raft / Hochwasserboot (auch mit Seilfähre)(im Hochwassereinsatz)
  • Rettung am/im fließenden Gewässern
  • Suche an/in fließenden Gewässern
  • Absicherung eigener Rettungskräfte
  • Rettung aus unzugänglichen Geländen (Klammen, Canyons, Wehre/ Walzen, Brückenpfeilern…) auch mit technischem Gerät / seilgestützt 
  • Unterstützung von Bootseinsätzen (Einsatz vom Boot in besonderen Gefahrenzonen)
  • Assistenz und Unterstützung bei technischer Hilfeleistung am / im Wasser anderer Organisationen

In Bremen würde im Jahr 2017 durch den Landesverband der Beschluss zum Aufbau von mindestens drei Strömungsrettergruppen beschlossen. Dieser Beschluss beinhaltete auch die Finanzierung der persönliche Schutzausrüstung, der Lehrgänge und drei speziellen Inflatable Rescue Boats (IRB). Die Strömungsretter bilden dabei das Bindeglied zwischen dem normalen Rettungsschwimmer und dem Einsatztaucher. In Bremen werden sie regelmäßig im Wasserrettungsdienst auf der Weser und im Katastrophenschutz eingesetzt. Das Landesverbandszentrum Strömungsrettung ist dem Bezirk Bremerhaven angegliedert.

Ehrenamtlicher Strömungsretter werden

Strömungsretter werden kann jeder. Die Ausbildung nehmen der Landesverband und die Bezirke vor. Interessierte können den Referenten in ihrem Bezirk vor Ort kontaktieren:

Bremerhaven: stroemungsrettung@bremerhaven.dlrg.de

Bremen-Nord: stroemungsrettung@bremen-nord.dlrg.de

Bremen-Stadt: stroemungsrettung@bremen-stadt.dlrg.de

Außerdem ist der Tauchreferent des Landesverbandes unter stroemungsrettung@bremen.dlrg.de erreichbar.